Das heilige Land
Gott sendet das Volk Israel aus Ägypten in das Land, wo Milch und Honig fließt.
Darin offenbart sich ein Bewusstseinsfortschritt.
Ägypten ist ein Land der "Stierkultur". Inneres Geistiges offenbart sich nach außen. Die Kuh oder der Stier wird in seiner äußerlichen Erscheinung verehrt.
Diesen Weg soll das Volk Israel nicht gehen. Die Verehrung des goldenen Kalbes ist nicht sein Weg. Dafür wird es geführt in das Land, wo Milch und Honig fließt. Die Milch ist das, was die Kuh aus ihrem Inneren herausfließen läßt. Das Volk muss gewissermaßen tiefer eindringen in die weltenschaffenden Kräfte. Die ägyptische Kultur hat diese Beziehung schon verloren.
In der Kuh sind gewaltige Kräfte wirksam, die Stoff-verwandelnd tätig sind. Sie verjüngen einen in den absterbenden Naturprozessen sich verhärtenden Pflanzenfaserstoff und machen daraus eine lebenspendende und - aufbauende Substanz.
Was im Inneren des Kuhorganismus vorgeht, wird wiederum im Bilde der Bienentätigkeit nach außen gespiegelt. Würde man den Kuhmagen nach außen stülpen und ausbreiten, dann hätte man wieder die Wiese vor sich, auf der in dem Erblühen eine Stoffverwandlung sich vollzieht. Diese neue Stoffqualität wird dann von den Bienen wahrgenommen und nach innen getragen.
Milch strömt nach außen; Honig nach innen - in den Bienenkorb hinein.
