Sich darüber Klarheit zu verschaffen ist heute eine Forderung, nachdem immer weniger Schüler, Eltern oder Lehrer aktiv daran teilnehmen oder sich überhaupt dafür interessieren.
Der Notbehelf, dass man eine Sonntagshandlung nun an einem anderen Wochentag hält, weil sonntags kaum einer kommt, kann ja nicht die endgültige Lösung des Problems sein.
Dass eine dieser Handlungen auf die Schule eine positive Wirkung habe (auch wenn keiner teilnimmt), das ist zunächst nur ein Gedanke. -Wie will man die Wahrheit eines solchen Gedankens beweisen, wie ihn bewahrheiten?
Normalerweise empfindet man in der Waldorfbewegung für diese Art von Gedanken eine Bestätigung dadurch, dass alle die gleichen Gedanken immer wieder aussprechen. Er kommt einem dann von außen wie ein Beweis willkommen wieder entgegen.
(Im normalen Leben ist dies sowieso eine Selbsverständlichkeit, dass alle mit den gleichen Gedanken leben und sich dadurch in ihrem Lebensstil, in ihren Meinungen und Vorurteilen bestätigen.)
Zu einem solchen Gedanken muss heute aber ein ERLEBEN hinzukommen, sonst wird man nie die Wahrheit finden. Erlebe ich die Wirkung einer Handlung oder erlebe ich sie nicht? Solange ich die Wirkung gewisser Taten oder Handlungen nicht erlebe, kann ich sie wohl aus Treue oder Pflichtgefühl weiterhin vollziehen, in der Hoffnung, dass sie schon ihren Sinn haben mögen. Besser aber, man schweigt sich über weitere Dinge in diesem Zusammenhang aus.
Wenn ich aber eine Wirkung behaupte, die ich nicht erlebe, dann habe ich mich auf einen Boden begeben, der nicht trägt.
So kann es zur Tatsache werden, dass ich Dinge tue, die vielleicht einstmals gewirkt haben, aber längst ihre Wirkung verloren haben.
